Blutige Brega

Spätsommer des 5. Jahres: Nordrand Moravods/Wolfsebene:

Die Abenteurer waren von den Männern Ingvars auf der Nordseite der Brega aufgesammelt und ins Lager gebracht worden. Dort bewirtete man sie erst einmal gut, denn die Gefährten waren durch die Tage im Drachenhort mit halben Rationen und den anstrengenden Abstieg aus den Bergen geschwächt, stellte jedoch auch Fragen nach ihrer Herkunft und ihren Zielen.

Im Lager befanden sich die Mannschaften von gut zwölf Kriegsdrakars aus der Flotte Thormunds des Roten, der damit die Küste im Westen mit Krieg überzogen hatte. Sein Sohn Ingvar, Befehlshaber der Flotte, befand sich in Saragin auf ein göttliches Zeichen hin, dass ihm im Traum geschickt worden war. Wölund, der Gott der Wanderschaft, der Handwerker, Schmiede und Baumeister, der die Brücke von Midgard nach dem göttlichen Tyggrgard bewacht, hatte Ingvar hierher gerufen, um Saragin von der Herrschaft der Ungeheuer zu befreien. Ingvar wollte tun, was der Gott wünschte und dabei gleichzeitig Saragin zu einem waelischen Außenposten der Freden machen. So würde er sich das Wohlwollen der Götter, seines Vaters und gewiss auch des Jarlkunr und Högjarls der Freden auf einmal erwerben. Die Männer Ingvars waren harte Kerle, von vielen erfolgreichen Vidhingfahrten geprüft und gestärkt und in der Welt gefürchtet. Sie waren ihrem Anführer ergeben und außerdem der Meinung, dass sie für all das Glück auf ihren Fahrten und die Reichtümer, die sie hatten anhäufen können, nun den Göttern eine Gegenleistung bringen müssten. Es wurde deutlich, dass diese Männer ihr Unterfangen wohl nicht einfach aufgeben würden.

Ingvar selbst bat Bjarnfinnur gefolgt von Nikolai und Alyssa zu einer persönlichen Unterredung, als diese vor den Männern anfingen,über die Katastrophe in der nahen Zukunft zu reden, die von der Drachin geweissagt worden war. Alyssa stellte sich dem Fredenanführer als die Frau vor, die schon einmal einen (männlichen) Waelinger im Zweikampf besiegt habe und der nun als ihr Gefährte und Kapitän ihres Schiffes die Meere durchkreuzt. Bjarnfinnur vermied es, einen Verdacht der Seidwirkerei auf sich kommen zu lassen und berief sich auf die Axt an seinem Gürtel und seine Abstammung von einem bekannten godrischen Pferdezüchter. Über Nikolais Herkunft ließen die drei nichts verlautbaren. Ingvar hörte sich an, was die Abenteurer ihm zu sagen hatten und erzählte ihnen im Gegenzug, dass er erst vor einer Tagesspanne einen belogorischen Unterhändler geköpft habe, der ihn mit seinem unverschämten Anliegen geärgert hatte, die Waelinger mögen sich der Streitmacht der Blutfürstin Mirka Belogorska anschließen. Die Abenteurer befürchteten nun das Schlimmste und brachten ihre Sorgen vor einem Drachenangriff auf das Lager der Waelinger zum Ausdruck. Ingvar ordnete daher an, die Drakars ein Stück weiter weg vom Lager flußabwärts zu vertäuen. Da Ingvar sie bat, boten Nikolai und Alyssa schließlich an, als Gesandte zum Lager der Belogoroj zu reiten und zu verhandeln zu suchen. Sie wurden mit Pferden ausgerüstet und ritten los.

Tatsächlich wurden die Abenteurer schon bald in der Nacht von Schreien und Flüchen aus ihren Zelten getrieben und sahen mit an, wie ein Teil der Flotte in Rauch aufging. Es war ein Vergeltungsschlag der belogorischen Freischärler für den Mord an ihrem Unterhändler. Die Waelinger stürzten zu den Booten um zu löschen, was zu löschen war. Als sie die Hoffnungslosigkeit der Lage und das Nahen des prophezeihten Unterganges des Lagers durch den Drachen erkannten, stahlen sich die übrigen Gefährten aus dem Lager und setzten mit einem Boot zum Nordufer der Brega über.

Nikolai und Alyssa, gefolgt von Aiolos, gelangten zum Lager der Belogoroj und verlangten, den Befehlshaber zu sprechen. Man verwies sie aber nachdrücklich zu den Schreibern. Nach einigem hin und her mit den stocksteifen Schreibern erzählte Nikolai den Männern und Frauen im Lager lautstark von der drohenden Gefahr durch die Drachin, der wahren Herrscherin über Saragin. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Lager der Freischärler und viele begannen schon, ihre Sachen zu packen. Von einer erhöhten Position aus beobachteten drei bleiche Gestalten in nachtschwarzen Rüstungen das Geschehen und die beiden Reiter, die solche Unruhe ins Lager gebracht hatten. Sie griffen nicht an, und doch stachen ihre Blicke noch in die Rücken von Nikolai und seiner Begleiter, als diese sich mit ihren Pferden einen Weg durch die fliehenden Söldner aus dem Lager bahnten und in der Nacht verschwanden.

Sie hielten in weitem Bogen um das waelische Lager und durch den nahen Wald auf das Bregaufer zu und ritten weiter gen Westen.

In den Morgenstunden konnte von Ferne die Drachin beobachtet werden, wie sie die Triboke des waelischen Lagers mit ihrem Feuerhauch bedeckte. Dank zwergischer Finesse und der Warnung der Abenteurer schossen diese noch den ein oder anderen Brandsatz in die frühmorgendliche Stadt der Trolle, bevor sie unter ihrem Gewicht und dem Feuer zerbarsten und zusammenbrachen.

Das Zerbrochene Schwert

Spätsommer des 5. Jahres: Nordrand Moravods/Belogora-Gebirgszug:

Die Abenteurer hatten sich kaum von den anstrengenden Kämpfen gegen die untoten Zwerge und die Riesenspinne erholt, da wurden sie einer weiteren Bedrohung gewahr: Ghule hatten sich durch den Schutt in der Halle hinter ihnen gegraben und bedrängten die Abenteurer nun. Sie wagten sich jedoch nicht in den Lichtschein, den Andrejs Laterne immer noch in den Schmiederaum warf. So waren die Abenteurer vorerst sicher, aber die Ghule begannen, aus der Dunkelheit mit Steinen zu werfen. So blieb den Abenteurern nichts weiter übrig, als den Monstern ins Dunkel zu folgen und sie zu erschlagen.

Als das getan war und alle zumindest ein wenig zu Atem gekommen waren, kletterte Bjarnfinnur durch den alten Versorgungsschacht, der am Rauchfang der Schmiede entlang bis zu einer alten Klappe führte, bis direkt in die Drachenhöhle. Aus seiner Deckung heraus beobachtete er die ungeheure Drachin, die dort oben auf ihrem Schatz lag und las und ihre Zauberkräfte übte. Er beschloss, sich magisch so weit es möglich war, mit Siegeln und Runenstäben gegen den Drachenodem und die drachische Zauberkraft zu wappnen und dann hinauszuklettern, um sich zu Verhandlungen mit Smauglynn, der Drachin, zu stellen.

Tatsächlich schaffte er es, ein schleppendes Gespräch mit dem magischen Ungeheuer in Gang zu bringen. Und das, obwohl die Drachendame männlichen Exemplaren der Gattung Mensch ganz und gar nicht wohlgesonnen war. Schließlich, als die Verhandlungen drohten, in eine Sackgasse zu geraten, bat Bjarnfinnur stirnrunzelnd Alyssa zu sich hinauf in die Drachenhöhle. Alyssas Redegewandtheit und Verführungskunst wurde wieder und wieder auf eine schwere Probe gestellt, vielleicht die schwersten seit je, doch schließlich gelang es den Abenteurern, mit der Drachin einen Handel abzuschließen.

Sie würde den Abenteurern die Silberne Rüstung des Borulin Torkinsglanz aushändigen, allerdings nur für eine ungewöhnliche und schwierige Gegenleistung, die für sie einen besonderen Wert hatte. Sie besaß ein zerbrochenes goldenes Schwert, das Goldene Schwert des Ruhms, zu dem sie den Abenteurern nicht mehr verriet, als dass ein moravischer Ritter dieses einst gegen sie geführt habe und es im Kampf zerbrochen war. Es solle das Charisma, die Klugheit und die Schönheit des Trägers in unglaublicher Weise steigern. Zudem solle es auf magische Weise verstärkt und geschärft sein. Bjarnfinnur besaß ja aus dem Weißen Buch Vom Kalwenkor eine Spruchrolle des seltenen Zaubers Schmiedeband, der eine beliebige geschmiedete Waffe wieder ganz schmieden konnte, selbst wenn es eine magische sei. Daher machte er sich gleich daran, den Zauber zu meistern, um ihn schließlich nach vier Tagen auf das Goldene Schwert anzuwenden. Alyssa musste sich in dieser Zeit Tag um Tag darum kümmern, dass Smauglynns Laune nicht sank. Sie knüpfte Tag für Tag und Geschichte für Geschichte ein Band von Gewogenheit um die Drachin, die Alyssas Zungen ein ums andere Mal erlag.

Als schließlich der Tag der Übergabe gekommen war, zeigte sich die Drachin trotz alledem misstrauisch und stellte das Band des Vertrauens zwischen den Abenteurern auf eine harte Probe. Sie folg mit Alyssa auf ihrem Rücken in weitem Bogen um Saragin und die Berge, während sie vorgeblich die anderen Abenteurer mit ihrem Schatz zurückließ. Doch Alyssa wusste, würde nur ein Teil fehlen, so hätte ihr letztes Stündlein geschlagen. Glücklicherweise argwöhnten die Gefährten schon eine Falle, weswegen sie den Schatz nicht anrührten und dadurch Smauglynns Prüfung ihrer Redlichkeit bestanden.

Sie ließ die Abenteurer also mit der Rüstung ziehen. Ausgehungert wie sie waren – sie hatten die letzten vier Tage auf halben Rationen verbracht, um Bjarnfinnur genug Zeit zu geben, seinen Schmiedezauber zu weben – und müde und erschöpft kletterten sie von Smauglynns Berg herunter in ein schattiges Tal, wo Andrej und Nikolai Kaninchenspuren fanden. Nach einem kargen Mahl am folgenden Morgen wanderten die Abenteurer aus dem Bergtal heraus und einen Pfad entlang durch die Vorberge bei Saragin, bis sie an die Ufer der Brega kamen. Auf dem jenseits des Flusses gelegenen Südufer erblickten sie das Lager der Waelinger, das sie schon von oben einmal gesehen hatten. Sie beschlossen, dorthin zu gehen und um die Gastfreundschaft der Nordmänner zu bitten. Es ging ihnen aber darum, die Waelinger zu warnen, denn sie wussten von Smauglynns astrologischen Berechnungen und Plänen, dass ein Konflikt zwischen den Waelingern und den belogorischen Freischärlern den beiden Fraktionen den Untergang bringen könne. Sie konnten auf sich aufmerksam machen und ein Boot der Waelinger ruderte über den Fluss, um sie aufzunehmen. So gelangten sie ins Lager Ingvars, Sohn Thormunds des Roten, den man Blutaxt nannte.

Durch die Wolfsebene und unter die Minen

Die Abenteurer kamen mit ihren Maultieren gut voran, obgleich Nikolai maulte, er hätte doch sein Reitpferd mitnehmen sollen. Das Wetter war zwar neblig trüb, aber trocken, und es wehte nur ein schwacher Wind aus Nordost. Durch die Nächte begleitete allgegenwärtiges Wolfsgeheul die Abenteurer. Um kein Risiko einzugehen, hielten sie immer zu zweit Wache. Trotzdem fühlten sie, dass die Wölfe sie nachts ausspionierten, den Rand ihres Lagerfeuerlichtscheins abliefen und auf eine Chance warteten.

Am zweiten Tag in der Wolfsebene, dem dritten Tag der Reise, fanden die Abenteurer eine größere Senke, die von dichtem Nebel angefüllt war und hörten das Krächzen vieler Raben dumpf aus dem Nebel dringen. Der Ort strahlte eine unheimliche Atmosphäre aus und die Abenteurer – das Ziel fest vor Augen – umgingen die Senke lieber, statt sich hineinzuwagen. In der darauffolgenden Nacht wurden sie von Wölfen angegriffen. Sie waren groß und von tiefschwarzer Fellfärbung und hatten blutrote, gierige Augen. Dunkelwölfe! Nachdem die Abenteurer einige hatten verletzen können, zerstreute sich die Meute und zog sich wieder in die Dunkelheit der Nacht zurück.

Im Laufe des dritten Tages fing es an zu regnen. Der Wind hatte auch aufgefrischt und zog und zerrte an Mensch und Tier. Am Nachmittag erblickten die Abenteurer einen alten Turm, mehr eine Ruine, aber offenbar bewohnt oder zumindest bewohnbar. Sie begannen, ihn zu erkunden und fanden, dass er offenbar vor kurzem noch von barbarisch hausenden menschlichen Wesen bewohnt gewesen war. Die Bewohner waren aber wohl offenbar fort, sodass die Abenteurer die Türen verrammelten und eine ruhige Nacht verbringen konnten. Als sie am nächsten Morgen in aller Frühe aufbrachen, konnten sich einige des Gefühls nicht erwehren, beobachtet zu werden. Außerhalb der morschen Holzpalisade, die den Turm umgab, fanden sie haufenweise Stiefelspuren. Ob die schon am vorherigen Tag dagewesen waren, konnte niemand sagen; zumindest hatte sie gestern keiner entdeckt.

Schon in Sichtweite der tosenden Wasserfälle von Saragin beobachteten die Abenteurer von Ferne einen Kampf zwischen moravischen Söldnern und goldgewandeten Reitern. Die Reiter machten die Söldner mühelos nieder, schlugen beinahe mühelos schwere Wunden und töteten jeden einzelnen von ihnen. Die Abenteurer hielten sich versteckt und griffen nicht ein.

Schließlich gelangten die Abenteurer an das Südtor von Saragin, sahen allerdings schon von Weitem, dass es hier von Trollen nur so wimmelte. So zogen sie sich in die Berge zurück und suchten nach dem geheimen Eingang in das alte Höhlensystem unter den Minen Saragins, das sie schon einmal erkundet hatten.

In den Bergen trafen sie auf einen weiteren Haufen Söldner und Taugenichtse, die hier ihr Lager aufgeschlagen hatten und nach eigenen Angaben das Heerlager der Blutfürstin suchten. Unter den elf Männern war auch ein seltsamer Kauz, offenbar ein Zauberer, namens Vareszmir Tulor. Von Nikolai und Bjarnfinnur in die Zange genommen verriet der ihnen, dass er ein Rezept für ein magisches Trollöl besäße, welches als Waffenöl besonderen Schaden bei Trollen verursachen solle. Allerdings brauchte er für die Herstellung fermentierte Trollknochen. Darum waren die Söldner hier in die Berge gezogen und hofften, einen einzelnen Troll finden und erschlagen zu können. Die Abenteurer lehnten ab, ihnen dabei zu helfen.

Am Abend fanden die Abenteurer auf einer Almwiese schließlich die gesuchte Höhle mit dem Eingang. Sie pflockten die Maultiere an und begaben sich auf den Abstieg in die düsteren Tiefen.

Aufbruch nach Saragin

Gut ein halbes Jahr war vergangen, seit Alyssa, Athanasios, Bjarne, Ciara und Nikolai aus dem Berg von Slamohrad wieder ans Tageslicht getreten waren. Sie hatten das Frühjahr und den Sommer genutzt, um sich von den Strapazen „zwischen altem und neuem Jahr“ und „unter dem Berg“ zu erholen, neue Kraft zu schöpfen und ihre Fertigkeiten zu vervollständigen. Aiolos hatte Alyssa im Stillen von seinem Kampf gegen die Werkrankheit erzählt und wie er mithilfe des Zaubers einer Vilje und einem toxischen Trank geheilt worden war.

Nun waren die Abenteurer bereit und willens, Bjarne und Alver zu helfen, ihren Schwur einzulösen, die silberne Rüstung, die in Saragin während des Pogroms verloren gegangen war, zu suchen und ihrem rechtmäßigen Erben zukommen zu lassen.

Nikolai hatte in der Bibliothek des Lichthauses der Dreiunddreißig Informationen über Werwölfe, Vampire und Dunkelelfen, sowie über die politischen Gegebenheiten in der Belogora gesammelt. In Slamohrad stand ihnen auch Marek Blason mit Informationen zu Saragin zur Seite, obgleich er versuchte, die Gefährten davon abzubringen, dorthin zu reisen. Es schien, dass nach dem Brand Monster in die Stadt eingefallen wären. Von Trollen war die Rede. Doch auch die Blutfürstin Mirka Belogorska, die Herrin des Fürstentums Belogora und Herrscherin über die Hauptstadt Ugolgorod im Osten sollte gerüchtehalber Anstrengungen unternommen haben, Saragin wiederzuerobern. Sie hatte mit Versprechungen und Belohnungen eine Söldnerarmee aus Taugenichtsen und Schlagetots bei Saragin gesammelt, deren Ziel es tatsächlich war, die Stadt zurückzuerobern. Im Magistrat war wie so oft kaum etwas herauszufinden. Jedoch lobte die Siegelbewahrerin Olega Pestschuk 50 Goldstücke Belohnung für verlässliche Informationen über die derzeitige Situation in der Belogora aus.

Die Waelingergemeinschaft von Slamohrad rüstete die Abenteurer mit robusten Lasteseln aus, als Dank an Alver für Segen und Schutz, den er der Gemeinschaft gegeben hatte, seit die Spaekona Hrokkinskinna mit dem Schwert des Vargstökur die Stadt verlassen hatte.

An einem freundlichen Spätsommertag brachen die Abenteurer auf, auf nach Saragin.

Die vergessene Drachenschmiede

Die Abenteurer waren zurückgekehrt unter die Zwergenminen von Saragin, in die alten Stollen, in denen sich vor dem Fall der Stadt Kobolde und Trolle herumgetrieben hatten, die nun draußen in den Ruinen ihr Unwesen trieben. Schon einmal hatten sie den immer enger werdenden Gang zur Drachenhöhle gefunden, sodass sie auch dieses Mal herfanden.

Einige von ihnen waren recht angeschlagen. Der Coup, der Drachin die Silberrüstung zu stehlen, während dieser von dem Schwarzalben Resvelgur besucht wurde, war an übernatürlichen Versetzungs-Runen gescheitert und die Drachin hatte sich mit der Rüstung in die Luft geschwungen. Nun war die Hoffnung der Abenteurer, dass sie die Rüstung in ihre Höhle zu den anderen Schätzen bringen würde. Bjarnfinnur hatte die flehenden Gesten des Zwergengeistes Borulin im Thronsaal so interpretiert.

Darum war es wohl auch an ihm, die Höhle durch den Gang auszukundschaften. Er sah einen Teil des Schatzes, er sah die Drachin, die offenbar damit beschäftigt war, den Runenzauber zu üben, den ihr der Schwarzalb beigebracht hatte. Die Abenteurer gingen mittlerweile davon aus, dass es sich bei dem Schwarzalben Resvelgur um den Gott Kjull oder zumindest seinen Diener handeln musste. Leider war die Rüstung nicht zu sehen und Bjarnfinnur konnte sich nicht ganz in die Höhle schleichen, ohne Lärm zu verursachen. Also beobachtete er nur stumm, wie das Ungeheuer übte – und zornig wurde über ihre Ergebnisse! Die Erde bebte und der Gang, in dem sich Bjarnfinnur befand, begann einzustürzen. Er rannte zurück, doch auch ein Großteil des Bodens am anderen Ende des Kriechgangs stürzte in die Tiefe. Mit einigem Geschick und Kletterkunst konnte der Waelinger sich festklammern. Die Kameraden auf der anderen Seite des Einsturzes konnten nur zusehen, bis sich das Beben gelegt hatte.

Dann kletterte Nikolai in den entstandenen Schacht hinunter und half Bjarnfinnur, halbwegs heile herunterzukommen. Zusammen mit Andrej begannen sie dann, sich umzusehen. Es schienen uralte zwergische Ruinen zu sein, in deren eingestürzten Trümmern sie standen. Doch lange Zeit zum Beobachten blieb ihnen nicht, als Nikolai im Dunkeln plötzlich Zwergenskelette in prunkvollen Rüstungen fand, die begannen, sich auf ihn zuzubewegen. Auch Andrej wurde attackiert – von Koboldskeletten, die sich aus den eingestürzten Trümmern heraus gruben. Alyssa, Aiolos und Alver unterstützten von oben, die Koboldskelette wurden zurückgeschlagen oder gleich vernichtet. Mit den Zwergenskeletten sah es aber anders aus, da sich aus ihren Waffen und Rüstungen bei jeder Berührung magische Blitze lösten. So zogen sich auch Bjarnfinnur, Nikolai und Andrej vorerst zurück und die Abenteurer entwarfen einen Schlachtplan.

Sie hatten erkannt, dass am jenseitigen Ende eine magische Tür war. Diese musste gebannt werden, aber die Zwergenskelette mussten auf Abstand gehalten werden. Schließlich gelang es den Abenteurern gemeinsam, an den Zwergenskeletten vorbei zu kommen und die Tür zu bannen.

Hinter der Tür befand sich der Zentralraum der Zauberschmiede, denn das war diese Ruine wohl einmal gewesen. Von einem Kampf zeugte vor allem eine wohl durch einen unbekannten Zauber vor langer Zeit erzeugte magische Lava, die in diesem Zentralraum alles bedeckte. Nikolai konnte sie bannen, doch die schiere Kraft des Zaubers ließ ihn beinahe vor Entkräftung scheitern.

Nach einem Kampf gegen fünf Zwergenzombies, die unter der Lava gewesen waren, richteten sich die angeschlagenen Abenteurer in dem Raum ein, um etwas auszuruhen. Doch sie wurden mitten in ihrer Ruhe angegriffen von einer pferdegroßen untoten Spinne, die Alyssa beinahe niedergerungen hätte und vielleicht, wenn nicht alle mit vereinten Kräften mitgeholfen hätten, sie getötet hätte. Doch auf Messers Schneide konnten die Abenteurer das Ungeheuer besiegen und endlich ausruhen.

Dieser Raum schien direkt unterhalb der Drachenhöhle zu sein. Vielleicht gab es einen geheimen Gang dorthin?

Weg nach Dvarnaut

Ungefähr in der Mitte des Einhornmonds hatte Bjarnfinnur sein Training im Burghof der königlichen Festung Caerwyn unter der Aufsicht des Hofgardisten Trahearn ap Ffyr abgeschlossen. Wenige Tage später zog er mit Durim, Athanasios, Finn und Letos in die nahen Wälder, weil sie von Ungeheuern gehört hatten, auf die der Hof eine Belohnung ausgesetzt hatte. Sie fanden und erschlugen drei Trolle, die als Beute die Habseligkeiten eines offenbar zaubermächtigen Reisenden besaßen. Zum Myrkdag waren sie wieder zurück in Darncaer. Auch Alyssa war nun mit ihrem Training fertig und drei Wochen später dann auch endlich Nikolai, sodass die Abenteurer Ende des Schlangenmonds endlich wieder aufbrechen konnten. Sie wandten sich nach Osten.

Auf ihrer Reise trafen sie auf zwei andere Reisende, die im Verlauf der Geschichte noch eine Rolle spielen würden. Sie stellten sich als Duncan MacMiller und Lon Don Silva vor. Letzterer behauptete, ein lidralischer Edelmann auf Reisen zu sein; ersterer ein albischer Händler. Da sie ebenfalls auf dem Weg nach Pernillion waren, verbrachte man die Nacht an einem gemeinsamen Lagerplatz. Früh im Morgengrauen brachen die beiden wieder auf. Die Abenteurer hingegen gingen erst später los, sodass man sich trennte. Die Abenteurer überquerten bald den Fluss und gelangten am Morgen des 2. Tags der 1. Trideade im Feenmond nach Pernillion. Am Abend durften sie einem Fest beim Stadtfürsten beiwohnen. Nach einem weiteren Tag, um Besorgungen und Reisevorbereitungen zu machen, brachen sie nach Norden auf, wo sie in einem Druidenwald Heiltränke zu erlangen hofften. Auf dem Weg dorthin waren eines Tages Ciara und ihre Fee Sinafel wie vom Erdboden verschluckt und blieben es trotz hartnäckigem Suchen. Verwirrt setzten die Anderen ihren Weg fort, nachdem sie einem halben Tag vergeblich auf ihre Rückkehr gewartet hatten.

Sie trafen im Wald auf eine alte Kräuterfrau, die sie zu einem alten Hügelgrab schickte, dass von Orcs bewohnt wurde. Die Abenteurer lösten die Aufgabe der Alten und sie entpuppte sich als Erscheinungsform einer Dryade, eines Baumgeistes. Alsbald kamen die Druiden auch hervor und sorgten für Heilung der Abenteurer. Die Abenteurer durften einen Tag dort bei den Druiden lernen und sich ausruhen. Die Druiden überreichten ihnen auch Geschenke, die ihnen ihre Reise erleichtern sollten. So gestärkt kehrten die Abenteurer nach Pernillion zurück und bemühten sich sofort um eine Passage über den Fluss Darnfy. Es ging nun drei Tage durch Wiesen und Riedgrasland gen Nordosten am Darnfy entlang. Am Tag vor Ljosdag erreichten sie den Waldrand und rasteten.

Unerwarteter Beschuss aus dem Hinterhalt erwartete die Abenteurer am folgenden Tag. Finn wurde schwer ins rechte Bein getroffen und konnte nicht mehr alleine laufen. Die Abenteurer teilten sich auf: während Alyssa und Durim mit den Pferden und Maultieren und dem verletzten Finn weiter am Fluss entlang zogen, folgen Nikolai, Bjarnfinnur, Athanasios und Letos den Spuren des nächtlichen Schützen in den Wald hinein. Gegen nachmittag kommt es aber zum Streit zwischen den Verfolgern: während Nikolai, unterstützt von Letos, den Spuren weiter zu folgen gedenkt, raten Bjarnfinnur und Athanasios, die Verfolgung abzubrechen und zu den anderen zurückzukehren. So geschied es, dass sich die Verfolgergruppe selbst noch einmal trennt und Bjarnfinnur und Athanasios den Weg zurück zum Fluss suchen. Nikolai und Letos gelangen an einen See, Bjarnfinnur und Athanasios an einen unüberwindlichen Fluss, dem sie nach Nordwesten folgen. Schließlich erreichen Bjarnfinnur und Athanasios am späten Abend endlich Alyssa, den Zwerg, den verletzten Finn und die Pferde.

Einen Tag wartet die Gruppe auf Nikolai und Letos, aber am nächsten Tag brechen die Abenteurer um Alyssa auf und suchen eine Übergangsmöglichkeit über den Zufluss. Nikolai und Letos umwandern den See, in der Hoffnung, die verlorene Spur ihres Angreifers wiederzufinden. Am Abend klettern sie auf einen Felsen am Ufer und erblicken die wunderschöne Nymphe Alphería und lauschen ihrem bezaubernden Gesang bis ins Morgengrauen. Während die Hauptgruppe am Abend des Catrudags (4.) den See erreicht und an seinem östlichen Zufluss ein Nachtlager aufschlägt, wollen Nikolai und Letos nach Westen reisen, um den Fluss und die Hauptgruppe wiederzufinden. Sie gelangen an einen druidischen Steinkreis mit einer Art Tor darin, von dem laut Letos eine starke arkane Energie ausgeht. Nikolai findet Spuren einer Gruppe von Menschen, die etwa nach Nordosten führen. Die beiden rasten kurz, reisen dann aber weiter Richtung Fluss. Gegen Nachmittag hört Letos einen Hilferuf, geht ihm nach und findet in einer Höhle den gefesselten Sasuke Hyuga, einen exotischen Schamanen. Während der Rettungsaktion werden sie aber von einem drachenähnlichen Riesenungeheuer überrascht und nur Nikolai gelingt es, zu fliehen. Letos und Sasuke sitzen in der Falle.

Nach einem gefährlichen Anfall Bjarnfinnurs, der erst Athanasios und dann Alyssa zusetzt, bevor er überwunden werden kann, glaubt Finn, Spuren von Nikolai erkannt zu haben, aber die Abenteurer entscheiden sich, ihren Weg fortzusetzen und den Spuren nicht nachzugehen. Sie durchqueren ein unheimliches Waldstück und kommen am Abend des Cuindags (5.) dem Rand des großen Gebirges Pengannion bis auf eine Tagesreise nahe. Dank Nikolai’s Ablenkungsmanöver versuchen Sasuke und Letos die Flucht. Letos wird von dem Ungeheuer schwer verletzt, überlebt aber wie durch ein Wunder. Nikolai’s gelangt in den Hauch des Ungeheuers und wird leicht verbrüht, der schon zuvor angeschlagene Sasuke hat Glück und gelangt als einziger weiter unbeschadet hinaus. Nach einer hektischen Flucht verbringen die drei die Nacht in den Tiefen des Waldes.

Zwei Tage später: Alyssa, Durim, Finn, Bjarnfinnur und Athanasios erreichen mit Maultieren und Pferden endlich den Fuß der Berge. Sie bewegen sich auf einer uralten Zwergenstraße weiter in die Berge hinein, während Nikolai, Letos und der gerettete Sasuke ihren Spuren folgend aufholen. Am nächsten Tag erreichen die Abenteurer den Fuß der sagenhaften Zwergentreppe. Am späten Abend des Tages erreichen Nikolai, Letos und Sasuke Hyuga das Lager. Endlich sind die Abenteurer wieder vereint und die einzelnen Erlebnisse werden ausgetauscht.

Um eine mögliche Alternative zur steilen Zwergentreppe zu finden, erkunden Alyssa und Nikolai zu Pferd einen schmalen Pfad, der in die Berge führt. Nach einem Tag entschließen sich die beiden umzukehren. Für die Pferde, mit denen sie unterwegs waren, ist der Weg kaum gangbar. Auf dem Rückweg am darauffolgenden Naondag stürzt Bjarnfinnurs Pferd Yndefull, das er Nikolai ausgeliehen hatte, in eine Schlucht. Alyssa und Nikolai schaffen den Rückweg aber unbeschadet.

Kurz nach Sonnenaufgang des Deachdags (10.), als sich die Abenteurer gerade für den Aufstieg bereit machen, erscheint ein kurzfristiges Portal zwischen den uralten Pfeilern am Fuß der Treppe, durch das Ciara und Sinafel fallen. Sie sind sehr erschöpft und müssen sich ausruhen, weswegen die Gruppe noch einen Tag mit dem Aufstieg wartet. Bjarnfinnur nutzt die zusätzliche Zeit zum Üben seiner Kampfkünste. Am frühen Morgen des 11. in der 2. Trideade im Feenmond beginnen die Abenteurer, die alte Zwergentreppe hinaufzusteigen. Sie gelangen noch vor der Mittagsstunde an einen breiteren Treppenabsatz, der offenbar in alter Zeit als Rastplatz geschaffen wurde. Da keiner der Abenteurer bisher ermüdet war, ruhten sich alle nur eine halbe Stunde aus und stiegen dann weiter empor. Die Maultiere machten den Weg geführt von Alyssa bislang gut mit. Gut zwei Stunden nach der Mittagszeit erreichten die Abenteurer einen Bereich, auf dem zwei Riesenadler ihr Nest hatten. Sie konnten mit ein paar Armbrustbolzen unschädlich gemacht werden und zum Glück fiel bei der Aktion niemand die Treppe herunter. Etwa drei Stunden nach der Mittagszeit erreichten die Abenteurer einen zweiten Absatz, so gebaut wie der vorherige, wo sie wiederum rasteten, nun schon durchaus erschöpft, nach über sechs Stunden auf der Treppe. Schließlich, gegen morgen des 12. in der 2. Trideade im Feenmond haben die Abenteurer die sagenhafte Zwergentreppe, den Weg zur Zwergenstadt Dvarnaut im Pengannion-Gebirge, hinter sich gebracht und sich in ein Labyrinth von Gängen und Kavernen begeben, die immer tiefer in die Eingeweide des Gebirges führen. Dort haben sie Rätsel von Zwergen-Steingolems gelöst und sich bis zu den Toren Dvarnauts vorgekämpft, wo sie schließlich eingelassen wurden.

Der Kampf am Riesengrab

Die Zwerge von Dvarnaut erwiesen sich als erstaunlich hilfsbereit und nahmen die Abenteurer freundlich auf, wohl vor allem, weil Durim unter ihnen war, der aus der königlichen Familie von Dvarheim stammte. Sie konnten endlich Licht ins Dunkel bringen um den seltsamen Zauberer Vindobónitos und den Ort nennen, an dem das Auge der Drachen versteckt war. So brachen die Abenteurer alsbald wieder auf aus Dvarnaut. Es war am Anfang der zweiten Trideade im Hirschmond. Bei ihnen war Gloin Sturmbringer, der sie unter den Bergen durch geheime Tunnel geleiten sollte und bis nach Thame begleiten würde, wo sie in die Aufgabe eingeweiht werden sollten, die der König der albischen Zwerge für sie bereithalten sollte.

Unter den Bergen gerieten die Abenteurer und Gloin einmal in arge Bedrängnis durch Orcs und unglücklich starb Sosuke unter einem hinterlistigen Axthieb. Nicht einmal ihn zu begraben blieb den Abenteurern Zeit, sie mussten stattdessen fliehen, fliehen, bis sie nach ganzen zwei Tagen unter den Bergen ausgerechnet in der Bruthöhle eines Dunkelwolf-Rudels herauskamen. Nach einem harten Kampf mit den Wölfen konnten die Abenteurer endlich wieder das Licht der Sterne über sich sehen. Es war nun beinahe ein Monat vergangen, seit sie Dvarnaut betreten hatten. Zu Füßen des Berghangs, auf dem sie herausgekommen waren, sahen sie eine seltsame Szenerie, die Ciara an einen prophetischen Traum erinnerte, den sie vor Monden gehabt hatte.

Durch diesen Traum wussten die Abenteurer, was dort unten geschehen würde, und stiegen den Berg hinab, um einzugreifen. Zwei Tage mussten sie wandern, dann gelangten sie an ein düsteres Hügelgrab, wo sie einen epischen Kampf zwischen einer finsteren Gruppe, die sich Elementarriesen beschworen hatte, und schützenden Baumwächtern und Druiden eingriffen. Dank ihnen konnte das Grab geschützt und die finsteren Schergen vernichtet werden. Unter den überlebenden Druiden war auch Gryffidd ay’Caoral, der Zaubermeister und Mentor von Ciara. Bei den Kämpfen wurden aber auch die Gefährten gebeutelt. Finn und Letos mussten tiefe Wunden hinnehmen, die keiner der Abenteurer so richtig zu heilen vermochte.

Mit dem Zauberer durchquerten die Abenteurer auf ihrem Weg nach Südwesten einen Finsterwald und eine karge Heidelandschaft. Schließlich gelangten sie nach Alba. Sie wanderten über das twyneddische Dorf Pontcadarn und das albischen Dorf Gaetsglen gen Thame. Den Verwundeten hingegen ging es immer schlechter. Die Wunden hatten sich entzündet und es begann fraglich zu werden, ob sie Thame erreichen würden. Die Gefangene Rhosyn ap Celydd übergaben die Abenteurer in Pontcadarn an die druidische Obrigkeit. Schließlich erreichten alle total erschöpft das rettende Thame. Durim führte sie sofort zum Zwergenhof, wo im Schrein der Zwerge ihre schlimmsten Verwundungen geheilt wurden und sie auch eine Audienz bei Meister Glarn Rabenbart erhielten, der sie einlud, im Zwergenhof auszuruhen, bis der große Seher Gorlim Blauzahn im Zwergenhof eintreffen und die Abenteurer zu einer Audienz bitten würde.

Kurz vor Liosdag im Drachenmond war es dann soweit. Nach der Audienz bei Gorlim Blauzahn nahmen die Abenteurer den Auftrag des Zwergenkönigs Dvarin Doppelaxt an, drei verschollene Insignien aus der untergegangenen Binge Tumunzahar zu holen und nach Thame zu bringen. Sie brechen zwei Tage später schon, am Deachdag (10.), von Thame in die Nebelberge auf – nicht zuletzt auch, um dort hoffentlich Aiolos von Mylias alias Allan Myles zu finden.

Der Purpurne Turm

An Bord des erainnischen Küstenseglers „Lolair Muiran“ (Adler der See) fahren die Abenteurer Alyssa, Athanasios, Letos und Antonio gen Erainn. Ihr Ziel ist der Hafen von Deasciath. Es ist der 4. in der 1. Trideade im Feenmond (Sommer). Doch auf hoher See geben sich die erainnischen Seeleute als Piraten zu erkennen und fordern die Abenteurer auf, sich zu ergeben. Eine grausige Zukunft als Sklaven steht den vier Abenteurern bevor, daher wehren sie sich mit allen ihren Möglichkeiten gegen die Übermacht. Insbesondere Antonio, der in Wahrheit der Todeswirker Darios ist, ruft einen Dämon zu Hilfe, dass er ihnen im Kampf beistehen möge. Der Feuerdämon erscheint und überzieht das leicht brennbare Schiff zum Schrecken aller mit einem Flammenteppich. Während die Piraten über Bord springen und das rettende Ufer am Horizont zu erreichen versuchen, scheinen die Abenteurer verloren. Nur Athanasios kann schwimmen! Er versucht im Überlebenskampf sein Möglichstes, aber es gelingt ihm nur, Alyssa und Letos zu retten. Der vermeindliche Antonio versinkt in den Fluten. Kurz bevor er das Bewusstsein verliert, betet Darios – vielleicht zum ersten Mal – zu den Göttern. Und er wird erhört. Der valianische Kriegsgott Laran hört sein Flehen und sendet einen Weißen Wal, der ihn verschluckt und durch Raum und Zeit hindurch in Valians Hauptstadt Candranor an Land geschwemmt wird. In seinem Bauch finden Fischer den unversehrten Darios – nun in reinweiße Kleider gehüllt.

Der weiße Hexer Darios, dessen Mentor von nun an NÛN/IMMABÔ, ein hoher Wennofer Larans, ist, wird durch den Hochtempel des Laran in Candranor gesalbt, denn die Priester hatten sein Erscheinen in einer Prophezeihung angedeutet bekommen. Dann wird er in höchster Eile an Bord eines valianischen Kriegsschiffs zurück nach Vesternesse gebracht, um seine göttliche Aufgabe zu erfüllen – welche auch immer das sei. Gerade rechtzeitig, um nur gut eine Tagesreise hinter den Abenteurern Athanasios und Alyssa hinterher zu sein.

Während Darios auf der Spur der anderen drei Abenteurern folgt, haben sich diese in der Nähe von Deasciath an Land gerettet. In der Stadt treffen sie auf Sean ay Caoral, einen erfahrenen Waldläufer, der dort auf Letos gewartet hatte, um diesen zu seinem Herrn und Freund, dem Magier vom Purpurnen Turm, zu bringen. Nach einer Reise durch die Marschen von Deasciath und das erainnische Seenland gelangen die Abenteurer tatsächlich zum Purpurnen Turm und Letos stellt sich der Prüfung durch den Meister. Doch dieser schickt ihn weg. „Möge er doch erst einmal die Zweige der Macht und des Wissens meistern.“

Unverzagt macht sich Letos mit seinen neuen Freunden wieder auf den Weg, Erfahrungen zu sammeln und die durch den Meisterzauberer genannten Zauberdisziplinen zu erlernen…

Pernillion

Pernillion ist eine twyneddische Stadt am großen Fluß Darnfy, der von dort aus nach Westen fließt und an der twyneddischen Hauptstadt Darncaer ins Meer der Roten Sonne mündet.

Mit etwa 5.000 Einwohnern ist Pernillion nicht einmal halb so groß wie Darncaer. Die Stadt ist etwa kreisförmig aufgebaut und besitzt einen doppelten Palisadenwall aus Holz. Der Hafen liegt vor der Stadtmauer und auf mehreren künstlichen Anlegern im Fluß. Auf der Nordseite erhebt sich die Burg des Pennadd (Fürsten) über die Stadt. Weiterlesen

Kleine Grenzlandkunde der Gwinel-Berge

„Hm…“ brummte Durim Silberschmied, „was wissen wir also über das Grenzland zwischen Clanngadarn – oder treffender: Ywerdonn – , Alba und Erainn…?“

„Das Land zwischen den drei Ländern ist ein größtenteils unwegsames, hügeliges und schroffes Bergland, durchzogen von Sümpfen und mehreren Bergketten, von denen die Gwinel-Berge offenbar am meisten Ausdehnung haben. Im Norden wird das Grenzland vom gewaltigen Pengannion-Gebirge begrenzt, im Westen vom großen Fluss Darnfy, im Süden vom mächtigen Corrangebirge und vom Artross-Gebirge, dessen westlicher Teil als die Nebelberge bekannt ist, im Osten, hinter den Gwinel-Bergen, beginnt das menschliche Königreich Alba.“

„Südlich von Pernillion, dem Beginn unserer Reise durchs Grenzland, und nach der Überquerung des Flusses Darnfy liegt etwa sieben Tage entfernt Dinas Taran, die ‚Hauptstadt‘ von Ywerdonn. Das Gelände zwischen Darnfy und Dinas Taran soll das fruchtbarste Land in ganz Ywerdonn sein. Ich habe gehört, dass zu der Stadt nur Twyneddin Zutritt erhalten. Südlich von Dinas Taran erhebt sich in wenigen Tagesreisen das große Corran-Gebirge, über dessen Bergpässe Bjarnfinnur und ich und – soweit ich weiß – auch Alyssa, Athanasios und Letos nach Ywerdonn gelangt sind.“

„Wenn uns dieser Waldläufer nicht verschaukelt, liegt von Pernillion aus gute zehn Tage flussaufwärts der Fuß des mächtigen Pengannion-Gebirges. Laut seiner Schilderung müssen wir entweder am Nord- oder Südufer des Flusses entlangreisen. Das Südufer soll bewaldet sein und in den Tiefen dieses Waldes – den wir ja nicht unbedingt erkunden müssen, wenn ihr mich fragt – soll sich der gefährliche Nebelwald befinden. Am Nordufer soll es eine Straße geben, die bis an den Fuß des Pengannion führen soll, aber an der Straße soll man es häufig mit Twyneddin und Räubern zu tun haben. Außerdem soll sie durch einen verwunschenen Wald – oder so etwas – namens Taranwald führen. Am Ende führt sie über eine Brücke über den Darnfy – sehr sinnvolle Einrichtung, finde ich – und direkt ins Pengannion.“

…einige Tage später:

„Endlich kommen wir aus diesem götterverdammten Wald heraus. Bei Mahals Bart, was freue ich mich auf etwas frische Bergluft! Wisst ihr schon, was man sich über den alten Weg nach Dvarnaut erzählt?“ – „In der glorreichen alten Zeit schlugen die mächtigen Altvorderen der Zwerge achttausendachthundertachtundachtzig Stufen aus dem Fels, die bis hinauf zum Klatarvisk, Lichtwächter, führen – das ist ein mythischer Paß, der in das Hochtal Svurmadharvid, Drachenbergwiese, führen soll. Dort erheben sich mächtige Wegweiser nach Dvarnaut, dem Hort der Zwerge. Lishadi sei’s gedankt, ich freue mich sehr darauf, wieder unter Zwergen zu sein!“

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