Monats-Archiv:September, 2016

Spuren in den Tiefen der Berge

Nach der plötzlichen Flucht aus dem Lager der Waelinger hatten sich Andrej, Bjarnfinnur und Alver Svartblick mit einem Boot ans andere Brega-Ufer gerettet. Sie berieten, was zu tun wäre, und kamen überein, dass sie sich in die Berge schlagen würden, wo die Waelinger sie nicht aufspüren können würden. Da im Morgengrauen von Alyssa, Aiolos und Nikolai immer noch keine Spur zu sehen war, teilten die drei die Teile von Borulins Silberrüstung unter sich auf und begannen den Aufstieg in die Berge. Zuerst durchschritten sie das Tal am Fuß des Drachenbergs, das sie schon einmal besucht hatten. Diesmal namen sie den nördlichen Ausgang des Tals. Sie wählten eine Kletterpartie, die sie auf einen alten Weg entlang des Berges brachte. Dank Andrejs Kletterkünsten schafften es alle drei hinauf, wenn auch Bjarnfinnur schnaufte und fluchte und schwor, er würde sich richtig Klettern beibringen lassen, bevor er das nächste Mal auf Abenteuer auszöge. Alver und Andrej konnten ihm nur recht geben: die Seilschaft hatte Bjarnfinnur ein ums andere Mal halten und retten müssen. Weiter auf dem alten Pass gelangten die drei an eine brüchige Zwergenbrücke. Alvers gute Kenntnis des Brückenbaus machte es ihnen leicht, die brüchigen Stellen zu umgehen.

Sie gelangten auf eine alte Zwergenstraße, die wohl nur noch sehr selten genutzt wurde und schon lange der Witterung und dem Verfall anheim gegangen war. Trotzdem kam man hier besser voran als auf dem Bergpass und die drei Abenteurer waren guter Dinge. Das Wetter hielt auch, obgleich es etwas kühler geworden war. An der Straße fanden sie ein verlassenes Nachtlager einer größeren Gruppe Personen. Sie mussten auch Tiere dabei gehabt haben. Und Andrej fand in der Böschung eine silberne Kette mit einem Medaillon… einem Flammenaugen-Medaillon! Nach kurzer Beratung entschieden die drei, es an Ort und Stelle zu lassen. Wer auch immer hier entlang gekommen war, es war nicht Nikolai, und alle anderen Begegnungen mit Mitglieder des Ordens der Flammenaugen, welche die Abenteurer in der Vergangenheit gehabt hatten, waren eher unangenehm gewesen. Aufmerksam wanderten die drei weiter und hielten sich weiter am alten Zwergenweg, wo er noch erkennbar war. Die Spuren der anderen Gruppe hingegen verloren sich recht bald.

Alver, Andrej und Bjarnfinnur erklommen am nächsten Tag eine alte Zwergentreppe, die auf den Berggrat hinaufführte. Oben angekommen, sahen sie, dass die Treppe auf der anderen Seite abgerutscht und verschüttet war. Sie mussten sich mit einem wütenden Adlerpärchen herumschlagen und dann auf dem Grat balancieren, um etwas weiter östlich hinabklettern zu können. Bjarnfinnur nahm die Adlerknochen mit sich, um daraus experimentelle Runenstäbe zu schnitzen. Sie gelangten so in ein einsames Tal, dass von lichtem Wald bewachsen war. Dort errichteten die drei erst einmal ein provisorisches Lager und Andrej ging auf die Jagd. Bjarnfinnur nutzte seine Kenntnisse, um ebenfalls etwas zu essen aufzutreiben, denn die Vorräte waren längst leer und die letzten Tage hatten sie jedes Mal kaum etwas zu essen gefunden. Das Tal erwies sich als fruchtbar und den Abenteurern ging etwas Kleinwild in die Falle. Außerdem angelten sie Fische aus einem klaren Bach. Endlich konnten sie sich einmal satt essen. Sie fanden aber auch Spuren von einer seltsamen anderen Tierart, einer hühnerähnlichen Vogelart mit sehr seltsamen, echsenartigen Gelegen, wie es schien. Auch diesem Tier versuchten sie eine Falle zu bauen, aber am nächsten Tag waren die Seile verbrannt, wo die Falle ausgelegen hatte. Nächtlich waren Wölfe zu hören und das Zischen dieser seltsamen Vögel. Darum, und weil ihnen ja die Zeit drängte, brachen die drei bald wieder auf und durchquerten das Tal. Sie fanden einen Pass, der hinaus führte und ein altes verwittertes Steinhäuschen, kaum mehr als ein Unterstand. Und als sie über den Grat schauten, breitete sich vor ihnen ein weiteres Tal aus, das auf den ersten Blick bewohnt war.

map

Erfreut machten sie sich an den Abstieg hinunter in das Tal. Die alte Zwergenstraße schien geradewegs hindurch zu führen und es gab Rauchfahnen von einem Zeltlager im Südwesten sowie einer kleinen Ansiedlung im Nordosten des Tals. Die Straße war gesäumt von uralten verwitterten Bruchsteinen. Einige ließen erahnen, dass das Tal einst dicht besiedelt gewesen sein musste. Bjarnfinnur fand Hinweise auf zwergische Handwerksgebäude. Bald indes wurden die drei rechtzeitig eines Hinterhalts gewahr und schlugen sich in die Büsche, statt hineinzutappen. Dort auf der Lauer beobachteten sie die Strauchdiebe und fanden heraus, dass es wohl zwei Kundschafter eines größeren Räuberlagers waren. Die Männer schienen militärische Ausbildung genossen zu haben, aber waren vorsichtig und verhielten sich eher unsicher. Bjarne ging auf Konfrontation und konnte die beiden Typen einschüchtern. Einer suchte dann sein Heil in der Flucht, den anderen zwang Bjarne, ihn und seine Freunde zum Dorf im Nordosten des Tals zu bringen. Über die Brücke konnten sie nämlich nicht gehen, da es dort offenbar einen ständigen Überfallposten der Banditen gab.

Auf dem Weg erzählte der Wegelagerer einige Räuberpistolen über das Tal. Man dürfe den alten Steinen nicht zu nahe kommen, da man sonst einfach verschwinden würde. Außerdem sei der Pass am Nordende des Tals durch Trolle versperrt, die ein Menschopfer verlangten, um jemand hinüberzulassen. Niemand käme da lang. Außerdem gäbe es ein zerstörtes Holzfällerlager, in dem es spuken solle, und einen blutrünstigen Bären, der sein Unwesen im Wald triebe. Im Lager der Banditen seien zwei Männer einfach im Wald auf Erkundung verschwunden. Dem Bären begegneten die Abenteurer tatsächlich. Er war riesig und wirklich aggressiv. Zum Glück konnte Bjarnfinnur ihm eine Feuerlanze auf den Pelz brennen. Das brachte ihn zwar nicht um, aber nach einigen Drohgebärden zwischen Bjarne und dem Bären trollte sich das massige Tier. Die Abenteurer zogen weiter, überquerten einen eiskalten Fluss, schlugen einen Bogen um das Holzfällerlager und gelangten schließlich zum Dorf. Dort ließen sie den Räuber laufen, so hatten sie es abgemacht.

Die Leute im Dorf benahmen sich sehr seltsam. Sie waren allesamt kleingewachsen, bucklig und unansehnlich. Zudem alt. Doch ihr das Seltsamste war ihr Verhalten: sie benahmen sich zutiefst höflich, beinahe schon unterwürfig. Wenn sie von den Räubern berichteten, die sie hier um Nahrungsmittel erpressten, verwendeten sie nur die höchsten Lobesworte und bedankten sich gar. Auch einen Wolfsplage, die hier offenbar drohte und schon ein grausames Opfer gefordert hatte, beschrieben sie in freundlichen Worten. Erst beim einarmigen Holzschnitzer des Dorfes erfuhren sie, dass die Dörfler offenbar an einen uralten Fluch glaubten, der über das Tal hereinfallen würde, wenn zu viele böse Taten und böse Worte fielen. Darum waren die Dorfbewohner nun mit Anwesenheit der Räuber nochmal umso freundlicher und höflicher, um das raubeinige, boswillige Tun der Banditen auszugleichen. Eine absurde Idee, befanden die drei Abenteurer, aber natürlich taten ihnen die Dorfbewohner auch leid. Sie fassten einen Plan, wie sie den Ausgang aus dem Tal frei kriegen und dabei die Banditen einbinden könnten, sodass sowohl sie als auch jene verschwinden würden und die Dorfbewohner wieder allein sein würden. Der Holzschnitzer erzählte ihnen noch einiges mehr über das Tal – Sagen und Legenden, denen nachzugehen es die Abenteurer gelüstete… aber zuerst mussten sie ihren Schwur um Borulin Torkinsglanz Silberrüstung erfüllen!

Bjarnfinnur verhandelte mit dem Hauptmann der Söldner – denn es stellte sich heraus, dass es geflohene Söldner aus dem Lager der Blutfürstin waren – und sie wurden sich nach zähen Verhandlungen einig. Die Söldner waren in Besitz einer Rezeptur für magisches Trollöl, einem Waffenöl, dass bei Trollen offenbar besonders heftigen Schaden verursachen sollte. Leider war ihr Alchimist umgekommen und sie konnten es daher nicht herstellen. Bjarne überzeugte sie aber, es anstelle dessen mit geprägten Runenstäben für die ganze Truppe anzugehen. Er traute dem Hauptmann nämlich nicht über den Weg und so konnte er mehr Kontrolle ausüben als mit dem Öl. Die nächsten paar Tage verbrachten die Abenteurer bei den Söldnern im Lager. Bjarnfinnur schnitt Runenstäbe im Akkord, Alver und Andrej bewachten ihn abwechselnd. Andrej kundschaftete noch die Umgebung der Brücke im Norden aus, wo die Trolle wachten und wo sie ihr Lager hatten. Er zählte sieben Trolle, eine ganze Sippe.

Schließlich hatte Bjarnfinnur alle Vorbereitungen abgeschlossen und auch einigen Sonderwünschen der Söldner entsprochen – oder zumindest so getan. Untereinander war die Truppe nämlich nicht so einig, wie es den Anschein gehabt hatte. Der Ansturm auf die Trolle an der Brücke lief erst einmal gut. Zwar konnten die Feuerlanzen nicht alle durch die harte Haut der Trolle dringen, aber allein die Explosionen von jeweils 10 magischen Feuerlanzen war beeindruckend und furchtbar genug, dass die verbliebenen Trolle Schutz suchten und zumindest die Abenteurer über die Brücke konnten. Sie sahen hinter sich noch, wie die Söldner versuchten, die Runenstäbe gegeneinander zu richten, aber Bjarnfinnur hatte sowohl die Aufständler als auch den Hauptmann ausgetrickst, sodass keiner ihrer „Extra-Stäbe“ funktionierte. Der Hauptmann behielt dadurch die Oberhand über den Putschversuch. Doch mehr sahen die Abenteurer nicht, denn sie waren schon über die Brücke.

Auf der anderen Seite angelangt konnten sie bald in der Ferne ein angrenzendes Tal erkennen. Es schien sich um das gesuchte Jarliwni-Tal zu handen – wo das Königreich unter den Weißen Bergen liegen soll.

Graf Juritins Pläne

Diese Episode wird uns davon erzählen, wie sich Alyssa, Nikolai und Aiolos allein durchschlagen. Sie waren von den anderen getrennt worden und hatten sich in die Ausläufer des moravischen Waldes geschlagen. Was ihnen dort bevorstand und welche Fäden im Folgenden daraus gesponnen würden, davon wird diese Episode erzählen.

(Diese Episode ist erst zu einem kleinen Teil geschehen.)

Krieg der Kobolde

Die Abenteurer hatten den Weg durch das Höhlensystem unter den Minen von Saragin hin zu den Gruftkatakomben der Festung gefunden und tasteten sich nun vorsichtig den Gang Richtung Burghof vor. Die ehemals verschlossene Tür stand nun offen und die Abenteurer erhaschten eine Blick auf einen belebten Markt – von Kobolden! Um nicht auf sich aufmerksam zu machen, schlichen sich die Abenteurer vorsichtig näher und fanden eine Tür, die links in einen ihnen bisher unbekannten Gebäudetrakt führte. Sie war unverschlossen und bot die Möglichkeit, den belebten Burghof zu umgehen. Kurzerhand verschwanden die Abenteurer dort und erkundeten die sich anschließende Wendeltreppe bis sie in einen kleinen Raum gelangten, der nichts außer einem leeren Waffenständer und einem verhängten Wandspiegel beinhaltete. Als die Abenteurer den Wandspiegel freilegen wollten, fing eine verzerrte Fratze, die sich in dem Spiegel zeigte, schrill zu schreien an, sodass es den Abenteurern in den Ohren klingelte. Ungeachtet der Gefahr des Entdecktwerdens versuchten die Gefährten, dem Spiegel beizukommen. Sie schrien zurück, sie versuchten, ihn zu beschwichtigen… nichts half. Da verhängten sie ihn wieder. Einige Koboldwachen waren jedoch offenbar aufmerksam geworden und klopften von außen an die Tür des kleinen Turmraumes. Nikolai versuchte mit verstellter Stimme, einen Kobold nachzuahmen, was ihm auch gelang, nachdem ihm Bjarne ordentlich ins Gemächt getreten hatte. So konnten sie die etwas einfältigen Wachkobolde beruhigen. Um dennoch durch die Wand zu kommen, schlug Alver mit seinem magischen Hammer Steine aus der Wand, während Nikolai die Wachleute draußen weiter zu beschwichtigen versuchte. Zum Glück war durch die Magie des Hammers schon nach wenigen Schlägen ein Loch entstanden, durch das sich alle hindurchzwängen konnten. Einzig Alvers Rundschild blieb stecken und ging dabei kaputt. Er ließ ihn als Hindernis stecken.

Nun waren die Abenteurer tatsächlich in die Kernburg gelangt! Sie kämpften sich umsichtig und entschlossen vor und vernichteten alle Kobolde, die sich ihnen entgegen stellten oder auch zu fliehen versuchten. Eine Schneise des Todes schlugen sich die Gefährten durch hauptsächlich erschrockene, unvorbereitete Kobolde, die sich offenbar dem Totem Fledermaus nahe fühlten. Im ehemaligen Eingangsbereich des Gästetrakts, durch den die Abenteurer sich hier bewegten, kam es zum Kampf zwischen den meisten Mitgliedern des Koboldstammes und den Abenteurern. Obwohl es viele waren, hatten die Kobolde gegen die gut gerüsteten und erfahrenen Abenteurer keine Chance. Die Abenteurer töteten alle. Männer, Frauen, Kinder. Denen, die geflohen waren, wurde unbarmherzig nachgestellt und die Abenteurer fanden sie schließlich im verfallenen Nordwestturm. Die letzten Schamanen beschworen Vampirfledermäuse und die letzten Krieger deckten die Abenteurer mit Pfeilen ein. Es half ihnen nichts. Die Abenteurer erschlugen sie alle.

An ein mitgenommenes Möbelstück gebunden fanden sie in dem Turm einen kleinen Menschenjungen, der völlig verwahrlost war und die menschliche Sprache nicht verstand. Er konnte nur die Dunkle Sprache der Kobolde verstehen und sprechen. So übersetzte Nikolai und der Junge erzählte, dass er vom Fledermaus-Stamm seiner Mutter geraubt und hierher verschleppt worden war, um dem Fledermaus-Totem geopfert zu werden. Das pfiffige Kind, dass wohl kaum sechs Sommer zählte, erzählte den Abenteurern auch, dass der Fledermaus-Stamm in Kontakt mit „der großen Feuer-Mächtigen“ stand. Es war klar, dass dies wohl der Drache sein musste. Das Kind selbst zählte sich zum Wühlmaus-Stamm, einem anderen Kobold-Stamm, der mit den Fledermaus-Kobolden im Krieg stand.

Die Abenteurer berieten sich und beschlossen, sich zuerst einmal den Drachen anzusehen. Vorsichtig schlichen sie in die Richtung, in der sie den Thronsaal vermuteten. Und tatsächlich fanden sie dort, auf einem großen Berg Münzen und Geschmeide liegend, einen mächtigen golden-grünen Drachen liegen und schlafen. Der Drache war größer als sie gedacht hatten und offenbar bildete er sich, denn neben seinem Kopf stand ein Stehpult mitsamt einem Stapel Bücher daneben.

Ratlos, was man nun tun könne, beschlossen die Abenteurer, erst einmal den kleinen Jungen zurück zu seiner Mutter zu bringen. Er sagte, sie habe großen Einfluss im Wühlmaus-Stamm. Den Abenteurern dämmerte zwar, dass diese Mutter wohl wahrscheinlich auch ein Kobold war, aber sie wollten trotzdem schauen, ob sie mit den Kobolden möglicherweise eine Allianz schließen oder sie sich untertan machen konnten. Sie bewegten sich also vorsichtig hinter dem Kind her, vermieden offenes Terrain und das Gesehen-Werden durch andere Kobolde. Der Junge erzählte, dass der Marder-Stamm sein Hauptquartier in den Ruinen des ehemaligen Gesindetrakts habe und dass diese Kobolde sehr gut bewaffnet wären und aus dem Hinterhalt zuschlügen. Die Gefährten wollten lieber nichts riskieren und wählten den Weg durch den ehemaligen Gästetrakt, den sie ja schon auf dem Hinweg „aufgeräumt“ hatten. Bis hin zur Außenburg schlugen sich die Abenteurer mit dem Kind durch, ohne gesehen zu werden. Dann hatten sie Pech. Als sie über den Burghof schlichen, schossen ein paar Kobolde von den Türmen Pfeile auf sie ab. Einer davon traf leider Bjarnfinnur, dessen Berserkerkrankheit aus ihm herausbrach. Er rannte direkt in die Menge der Kobolde auf dem Burghof, die dort mit größtenteils wertlosem Tand Handel trieben. Umsichtig und gedankenschnell zog Nikolai durch ein paar Schmährufe die Wut des rotschopfigen Waelingers auf sich und rannte auf das Hauptquartier des Wühlmaus-Stammes zu, was seine Beine hergaben. Das dürfte Bjarnfinnur wohl das Leben gerettet haben, denn gegen so viele Kobolde, wie auf dem Burghof und auf den Türmen waren, hätte wohl auch er nicht bestehen können. Bjarnfinnur rannte also wutentbrannt hinter Nikolai her, eine Stiege hinauf und in ein Haus hinein – ehemals wohl das des Marschalls, des Kommandeurs der Reiterei.

Mitten zwischen den aufgeschreckten Kobolden des Wühlmaus-Stammes warf sich Bjarnfinnur also auf Nikolai und die beiden begannen wild miteinander zu raufen. Zum Glück schaffte es Nikolai mit einem schnellen und brutalen Griff, Bjarnfinnur an den Boden zu nageln und so zu blockieren, bis er sich beruhigt hatte. Alyssa und Alver sprachen bei der Matriarchin des Stammes vor, die sich glücklicherweise auch als die „Mutter“ des Findelkinds herausstellte und sehr glücklich darüber war, dass die Abenteurer „ihr Kind“ aus den Fängen des verhassten Rivalenstammes befreit hatten. Nikolai und Bjarnfinnur versuchten beide unabhängig voneinander, sich in das Gespräch miteinzubringen und es – jeder in eine andere Richtung – zu lenken. Ein ziemliches Durcheinander entstand und die Kobolde wurden sich untereinander uneins. Da tauchten aus dem Untergeschoss die drei Stammesschamanen auf und prophezeiten großes Unheil, das die Abenteurer über den Stamm brächten. Sie würden dafür verantwortlich sein, dass der Stamm große Verluste erleiden und die Überlebenden von hier vertrieben würden. Die Abenteurer müssten sofort gehen! Daraufhin eskalierte die ganze Situation, als Bjarnfinnur und Nikolai die Schamanen angriffen und die Kobolde ihnen hunderte von Piken und Stoßspeeren entgegenstreckten. Die Abenteurer flohen und rannten zu einem nahegelegenen Turm, wo sie sich verbarrikadierten. Glücklicherweise fanden sie dort – nachdem sie eine Kobold-Wachmannschaft beseitigt hatten – eine Passage zum Torhaus. Dort versteckten sie sich.

Gegen morgen wurden die Abenteurer von mehreren Erdstößen aufgeschreckt. Sie lugten vorsichtig aus einem Fenster und sahen zu ihrem Grauen, dass sich der Drache aus seinem Thronsaal aufgeschwungen hatte, mit ein paar Flügelschlägen die Kernburg überquerte und sich donnernd auf einem der Türme niedergelassen hatte. Er holte tief aus seinem langen geschuppten Hals seinen Feueratem hervor und richtete ihn auf das Hauptquartier des Wühlmaus-Stammes! Das Haus brannte lichterloh. Ein zweiter Feuerstoß ließ es in sich zusammenbrechen. Die Abenteurer versteckten sich erschreckt und warteten ab. Der Drache zog sich zum Glück wieder zurück.

Schließlich waren die Gefährten zu dem Schluss gekommen, dass das einzige, was sie jetzt tun konnten, war, das Burgtor zu öffnen und das fragile Gleichgewicht zwischen den Trollen außerhalb der Burg und den Kobolden innerhalb mit ihrem mächtigen Beschützer zu stören. So würde sich der Drache möglicherweise zeigen müssen, um die Trolle zu vertreiben. Oder aber zumindest die Kobolde würden von den Trollen angegriffen und dezimiert. Also kümmerten sich die Abenteurer darum, dass die mächtigen Tore der Burg sich öffneten und – mit etwas Feuer – dass die Trolle es außen auch bemerken würden. Dann seilten sich die Abenteurer von ihrem Versteck im Torhaus nach draußen ab und schlugen sich zum Eingang der Minen durch, wo sie Deckung suchten.

Copyright © 2018. Powered by WordPress & Romangie Theme.